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Meshuggah Opeth  Textures Meshuggah  Technischen Deathmetal
Metal News - Emerging 2007
„OBSIDIAN? Nie gehört“ – dachte ich mir, als ich ihr Album, „Emerging“, in der Liste der neuen Alben sah, die in der Redaktion eingetroffen waren. Der Zusatz „High-Tech-Anspruchs-Metal“ machte mich jedoch neugierig und so flatterte mir die Scheibe der Niederländer als schickes Hochglanz-Digipack ins Haus.

OBSIDIAN verschwenden nicht viel Mühe an ein zeitraubendes Intro und ballern mit „Footsteps“ gleich kompromisslos brachial den Opener des Albums aus den Boxen. Gern gebe ich zu, dass ich gleich zu Beginn mehr als angetan von dieser Mischung aus [vorrangig] technischem Death und Progressive Metal war [und natürlich immer noch bin]. Das macht nicht nur Spaß, sondern vor allem Lust auf mehr. OBSIDIAN enttäuschen in keiner Sekunde des Albums und beweisen erquickende Abwechslung und Spielfreude. Ein Break folgt dem andern und nichts, aber auch gar nichts ist vorhersehbar. Dies tut zwar der Eingängigkeit einen gewissen Abbruch, aber hey… wir hören hier ja schließlich keine Pop-Schlager, sondern durchdachten Metal auf angenehm hohem Niveau. Ob OBSIDIAN nun mit Breaks, Tappings, dem ein oder anderen handfesten Bolzfest oder beinahe schon romantischen Cleanparts glänzen [und das können sie!], auf „Emgerging“ sitzt jeder Ton zur richtigen Zeit, was die Songwriting-Skills der Band als Ganzes unterstreicht.

OBSIDIAN in irgendeine Schublade mit anderen Namen zu stecken, ist meiner Meinung nach eher überflüssig, denn trotz der Ähnlichkeit zu OPETH – gerade in den ruhigeren Passagen – und einer gewissen Nähe zu MESHUGGAH, was die schrägen Kompositionen angeht, verfolgen die Holländer doch ihren eigenen Stil, den es - angesichts der Tatsache, dass wir hier von einem Debüt sprechen – weiter auszubauen gilt. Jungs, das ist kein Wunsch, … das ist ein Befehl! Weiter so! Und Ihr, … ab zum Händler Eures Vertrauens und kaufen, aber „sofocht“!
 
Scarred for life - Emerging 2007
Ich schicke voraus: superbe Scheibe! Die Mucke möge mal kurz und vorab als Mischung aus 80% TEXTURES, 10% EXTOL und 5% MESHUGGAH bzw. SCARVE beschrieben sein. Ich sehe die Fans genannter Bands jetzt schon losrennen und sich die Scheibe ratz-fatz unter den Nagel reißen! Gut so! Denn exakt das werde ich im Folgenden ohnehin empfehlen!

Die Niederländer OBSIDIAN bezeichnen ihren Stil selbst als „polyrhythmic melodic progressive Death Metal“, das kann man durchaus so stehen lassen. Wer das letzte Album von TEXTURES zu schätzen wußte, wird den Dreiviertelstünder „Emerging“ ebenfalls lieben, ich jedenfalls bin froh über die neue Schublade, die hier kreiert wurde, denn diese Spielart des Metal wirkt wie eine emotionale Kneipp-Kur, tanzt mehr denn bisherige Stilvarianten zwischen den Extremen des technisch angehauchten, komplex arrangierten Death Metal auf der einen Seite und spacigen, atmosphärisch-melodischen Cyber-Metalpassagen, meist mit klarem Gesang unterlegt, auf der anderen Seite. Und weiß so massiv zu inspirieren.

Zeitgemäß fett und sauber produziert ist die Scheibe ebenfalls, da haben sich Rusty Cage, das Label der Band, nicht lumpen lassen. Als einziges Manko KÖNNTE der Gesang betrachtet werden, zumindest ist der erste Eindruck der Growl-Vox, die einem da entgegenschnarren, zunächst nicht all zu erbaulich. Klar, brutal klingt das, aber irgendwie wirkt mir das zu „herausgepresst“. Wer ARCH ENEMYs' Angela Gossow zur „Anthems of Rebellion“-Phase eher nicht so toll fand, könnte hier auch Probleme bekommen. Zumindest mir ging es so, jedoch kann ich konstatieren, dass die Mucke einem da doch schnell drüber hinweg hilft, das heißt, man gewöhnt sich dran und genießt am Ende unwillkürlich und ohnehin nur noch das großartige Gesamtbild.

Zusammengefasst: ein hochwertiges Debut, das locker an der 9 (von 10 Punkten) kratzen würde, hätten wir ein Punktesystem. Angelo (Rusty Cage Records)
 
Pandaimonix - Emerging 2007
Uiuiui, wenn da mal nicht den Schweden Opeth ganz dicke nachgeeifert wird, weiss ich auch nicht! Das Debüt der Niederländer Obsidian bietet dem Hörer anspruchsvollen, technischen Death Metal, der sich qualitativ wahrlich nicht zu verstecken braucht. Die ein oder andere Songstruktur erinnert frappierend an Opeth zu Zeiten der ersten drei Releases, als die Schweden noch etwas härter zu Werke gingen. Dies gilt vor allem für den Gitarrensound in Verbindung mit den sehr tiefen Growls von Sänger Robbe. Ebenso schimmert immer mal wieder typischer US-Deathmetal der anspruchsvollen Sorte durch, Death ab dem " Human "-Album sind mir beim Anhören von " Emerging " sofort eingefallen. Auch die im Promozettel erwähnten Cynic mit ihrem " Focus "-Album lassen durchaus Vergleiche zu.

Etwas unglücklich finde ich den Vergleich mit Meshuggah , der Grundsound von Obsidian ist doch um einiges organischer und wärmer, mehr im klassischen Deathmetal verwurzelt, als das sterile, klinische Gefrickel der Schweden.

Obsidian bieten eine tadellose Performance, was den technischen Aspekt angeht und können auch vom Songwriting her über weite Strecken überzeugen. Für ein Debütalbum auf jeden Fall beachtlich. Ein Killeralbum wie Opeth 's " Morningrise " toppen die Jungs zwar noch nicht, aber " Emerging " lässt für kommende Schandtaten doch einiges erhoffen. Die Produktion ist, passend zum Sound, hervorragend gelungen. Sehr heftig und trotzdem schön transparent, damit keine Details im Soundmatsch verlustig gehen. 8,5 Punkte sind für " Emerging " nicht zu hoch gegriffen und eine ordentliche Messlatte für etwaige Nachfolger.
 
Evilized - Emerging 2007
Ein fettes Frickelbrett, was uns Obsidian hier vor die Füße knallen. Die Truppe hat sich auf extrem vertrackten verspielten Death Metal versteift, der wirklich viel Aufmerksamkeit fordert und sicher alles andere als easy Listening vom Hörer abverlangt. Dabei gibt die Truppe echt alles und gibt bei ihren acht Songs starke Lehrstunden in punkto Riffing. Die Platte erinnert mich gern mal an die Kollegen von Textures, Scarve oder Gojira, die sich in ähnlichen Gefilden bewegen.

Im ersten Moment scheint "Emerging" – wie der Titel sehr vielsagend andeutet – nur schwer als Ganzes greifbar. Die Riffgebilde sind sehr komplex und wirken bei den ersten Hördurchläufen fast gleichartig. Gibt man der Platte aber ein wenig Zeit, entfalten sich die Kompositionen sehr tiefgründig. Im Verlaufe der Platte gibt es zudem auch viel abwechslungsreiche Parts zu entdecken, die man anfangs leicht überhören kann. Das betrifft sowohl die Saitenfraktion als auch den Gesang der neben harschen Vokals auch mit vielen dezenten, gefühlvollen Parts aufwarten kann.

Mit Sicherheit ist "Emerging" alles andere als eine eingängige Scheibe – dafür verspricht sie auf Dauer aber bleibenden Unterhaltungswert mit Tiefgang. Die musikalische Leistung ist ganz klar sehr beträchtlich und sollte nicht so leicht abgetan werden. Wer sich hier versuchen will, sollte wirklich ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit in die Songs investieren um ihre Tiefen zu ergründen. Ich persönlich kann nur jedem, der sich mit oben genannten Truppen anfreunden kann, raten, Obsidian anzutesten. Verspielter Death Metal, der sich nicht am Genre festhält ist selten und die leicht progressive Note macht das gute Stück nur noch interessanter. Zum Antesten empfehle ich den Titeltrack, oder einen Song wie "Kobalt". Dass die Vokals von Robbe K. – seines Zeichens bekannt für markante Schreie bei Disavowed – sind, sei hier nur mal am Rande erwähnt, denn solche Anpreisungen hat die Band gar nicht nötig.
 
Laermbelaestigung - Emerging 2007
Das holländische Label Rusty Cage scheint sich nicht nur nach einem der coolste SOUNDGARDEN-Songs benannt zu haben, sondern auch zu einer Qualitätsschmiede heimischer Metalprodukte mit modernem Sound und ordentlich Wumms zu werden. Nach der schicken Scheibe von CYPHER gibt es mit OBSIDIAN eine weitere holländische Newcomer-Kapelle, die den guten Robbe von DISAVOWED in ihren Reihen hat. Der macht zwar nicht den gurgulativen Grunzebär, schiebt die ansonsten moderne neo-thrashige bis corige Musik aber immer noch gut in Richtung Death-Metal. Die Scheibe fängt mit einem klaren Kniefall vor progressiven Rhytmik-Riffern wie MESHUGGAH, mischt dem aber eine gehörige Dosis Death-Metal und Melodie bei. Weiter gehts mit einem Up-Tempo Thrasher namens "Kobalt", der zwar sehr schwedisch nach vorne geht aber vom Riffing wieder reichlich proggig ausfällt. OBSIDIAN mischen dabei auch mal einige Blastbeats in ihre Songs ohne ein Problem damit zu haben ebenfalls in ruhige und proggige Zwischenspiele umzuschwenken wie bei "Mirrored". In Songs wie "Time" werden auch mal cleane Vocals eingesetzt, die allerdings Gitarrist Sjaak übernimmt um Robbes zarte Stimmbänder zu schonen. Mit zunehmender Spielzeit scheinen OBSIDIAN auch immer proggiger zu werden, schaffen es aber immer eine gute Balance zwischen Technik, Melodie, wüsten Stakkatos und Tempo zu halten. Abgesehen von einigen Stakkato-Exzessen, die mir zu nervig sind ist "Emerging" eine Hammerscheibe, die trotz regelmässigen Berg- und Talfahrten zwischen Up-Tempo und Akustikeinlagen nie konstruiert wirkt. Wie ihre Landsleute CYPHER liefern OBSIDIAN ihr Debüt in einem sauberen druckvollen Sound und schnieken Digipack ab. Fans von moderner progressiver Musik mit ausreichend Härte sollten also ruhig mal ein Ohr in "Emerging" investieren. Ist hier allemal besser investiert als es sich im Absinth-Rausch abzuschnippeln, gell?
 
Feindesland - Emerging 2007
Technisch anspruchsvoll - aber kein Poser-Gefrickel!

Die Niederlande wissen ja seit längerem im Bereich harter Gitarrenmucke sehr wohl zu überzeugen (stellvertretend seien hier Asphyx, God Dethroned, Textures oder Born from Pain genannt). Unter dem Logo Obsidian geht nun eine weitere Band aus den Niederlanden daran, die Welt mit anspruchsvollem Metal zu beglücken. Der Auftakt ist ihr mit "Emerging" bereits gut gelungen. 2002 gegründet, besteht sie momentan aus: Robbe K (vocals), Sjaak Kassies (guitar / clean vocals), MelleKramer (drums), Simon Lawford (guitar) und Glen Loupias (bass).

Obsidian belegen auf eindrucksvolle Weise, dass Aggression und handwerkliches Können miteinander vereinbar sind. Stilistisch bewegt sich das Quintett in den Gefilden des progressiven Death-Metal, beeinflusst von Soundtüftlern wie z. B. Meshuggah, Scarve, Burst, frühen Opeth und den Textures. Die Affinität zu Letzteren überrascht keineswegs, schließlich trat deren Gitarrist Jochem Jacobs als Mitproduzent in Erscheinung. Plumpes Plagiieren kann meine Person den Niederländern allerdings nicht unterstellen. "Emerging" ist ein klarer Beweis dafür, dass (besonders bei neuen Projekten) die Grenzen der Genres Todesblei und Hard-, Metal- und Post-Core immer durchlässiger werden. Gleiches gilt auch für den Bereich des sog. Neo-Trash. Puritaner und Scheuklappenträger können wahrscheinlich bald nur noch irgendwelchen "steinalten" "Dinosauriern" die Treue halten. Zurück zu "Emerging": Das Opus beginnt sofort "stampfend", mit einer gewaltigen "Saitensalve", vgl. Footprints. Die brachiale Unterlage, versehen mit heftigem Schlagzeug, durchziehen melodische Intermezzi, zu denen kurzzeitig klarer Hintergrundgesang ertönt (Nr. 2 'Kobalt' u. Nr. 6. 'Kobalt'). Dabei weist das Riffing in der Tat mathematische Valenz auf. Erstaunlicherweise kommen Obsidian ohne allzu drastische Breaks aus, der Wechsel zwischen rauen und melodiös/atmosphärischen Parts vollzieht sich flüssig. Apropos Atmosphäre, die Charakterisierung latent dunkel wird ihr am ehesten gerecht. Die Texte, von Sänger Robbe K (Disavowed, Arsebreed) mittels heiserer Growls vorgetragen, verstärken diesen Eindruck (Mirrored, 5.):

times change walls crumble
remains fall into place
I do not understand but the pieces fit
a deepening dogma caves in
with blood teared eyes I see
the reflection staring back can't be me

Bleibt mir noch zu sagen, dass die glasklare Produktion die Rezeption der vertrackten Strukturen erleichtert.

Fazit:
Diese Band würde auch in das Konzept von Listenable passen. Wer mehr will als nur stupides "Gebolze" und die oben erwähnten Kapellen schätzt, sollte "Emerging" getrost "sein Ohr leihen". Die Komplexität des Oeuvres tut seiner Hörbarkeit keinen Abbruch!
 
Heartbeat media - Emerging 2007
Der neueste Streich aus dem Hause Rusty Cage Records nennt sich Obsidian und treibt in bester holländischer High-Tech Metalmanier die Pferde unbarmherzig in den Stall. Gleich vom ersten Song an wird ein technisches Niveau geboten, das die Messlatte weit oben anlegt und sich aber trotz allem nicht in kleinkarierten Frickeleien verläuft. Ihr Debütalbum auf Rusty Cage hält 8 Extrem-Metal Tracks parat, von denen keiner unter 4 Minuten die Ziellinie erreicht. Das sollte einem ins Gedächtnis rufen, dass man es hier mit anspruchsvollem Metal zu tun hat, der sich nicht mit bloßen Akkordschubbeleien zufrieden gibt. Die Grundstimmung des Albums ist deutlich düster und das progessive Death-Metal Werk kann demnach als eher nachdenklich und teilweise auch vertrackt beschrieben werden. Manche Riffs werden geradezu zerhackt, um dem Hörer schon kurze Zeit später erneut einen gewaltigen Gitarreneinlauf zu verpassen, bei dem sich dann sogar Melodien ausmachen lassen. Der neue Sänger Robbe K. überzeugt mit einer bösen, vollen Stimme, die aus den Untiefen der Kehle ans Tageslicht gepresst wird, um dem Hörer mal zu zeigen, was die Stunde geschlagen hat. Ab und an hat man zwar fast das Gefühl, er würde sich gleich übergeben, das tut dem positiven Gesamteindruck aber keinen Abbruch. Ähnlichkeiten zu Opeth und Scarve sind nicht von der Hand zu weisen, trotz allem graben Obsidian aber noch tiefer in der Death-Metal Kuhle und bedienen damit die morbide Fraktion mit einem technisch aufwendigen Werk, das deutlich Tiefgang besitzt. Der Song “Mirrored” lässt meine Gedanken deutlich rund um Meshuggah kreisen, wobei die Holländer aber weniger verspielt zu Werke gehen als die Schweden. Regelmässig Ruhe in den Sturm bringen sphärische, im Midtempobereich angesiedelte Gitarrenparts, die nicht minder eindrucksvoll sind als der Rest der Darbietung.

FAZIT: Ihr mögt Death-Metal, der von technisch versierten Musikern präzise umgesetzt wird? Und da ihr mit cleanen Gesangsparts sowieso nichts anfangen könnt, steht ihr auf ohrenbetäubendes Gegrunze und Gekeife? Dann solltet ihr “Emerging” mal genauer unter die Lupe nehmen. Hier gibts astreinen Prog-Metal, der mit seiner düsteren Aufmachung zu überzeugen weiß! Definitiver Pflichtstoff für alle Langhaarigen und ein überdurchschnittliches Debütalbum…
 
Idioglossia - Emerging 2007
Dieses Debüt gab es bereits letztes Jahr mit anderem Sänger. Bei jetzigem Erstkontakt hat der von progressiven und post-metallischen Stilelementen durchsetzte, brutale Metal der Holländer nichts vom nagenden Zeitzahn abgebissen bekommen; vielleicht ist die Gruppe nur ein wenig zu spät und hitfrei an.

Die Songs wurden gleichwohl mit Bedacht geschrieben – bloß wirken sie nicht unmittelbar, sondern detonieren erst nach etwas längerem Zündeln an den Synapsen. Selbst dann entfachen sie aber keine gigantische Explosion. OBSIDIAN setzen auf zu gleichförmige Brüllvocals, wo ihre Musik ausgeklügelter daherkommt. Dynamikspiele sind keine Degradierungen zum Selbstzweck, und auch rhythmisches Stolpersteinlegen wird nicht aus Langeweile, sondern berechnend betrieben, auf dass die Zerrissenheit – auch manifest in den Texten – sich dem Hörer offenbart. Futuristisch-endzeitlich sind die Themen, warm und organisch die Töne bei aller kompositorischen Konstruiertheit. Im Stillen gemahnt dies unvermeidbar an Opeth, im Lauten ebenso vorausschaubar an allerlei Klangmathematiker. Nach veritablen Widerhaken muss man sich bis weit unter die anhaltend massive Decke ausstrecken, zumal der klare Gesang nur sporadisch auftaucht – und das eben nicht auf die „Höret, hier bin ich!“-Weise. Der Facettenreichtum der OBSIDIAN-Lieder macht derart Effekthascherisches auch unnötig, nur verhindert er auch den flotten Zugang zum Album. Bezeichnend für diese Güte (je nach Standpunkt) ist das Titelstück als Highlight der Scheibe: ein reines Instrumental.

Manchmal fast grandios – wie im ausladenden „Time“ -, selten noch zu beliebig, aber stets das Vertrauen schaffend, es mit einer ernsthaft um eindringliche Musik bemühten Band zu tun zu haben, basteln OBSIDIAN weite bis dichte Klangräume, in denen sie es sich in Zukunft hoffnungsvoll und kreativ einrichten können. Man hadert fast mit Referenzen, denn hundertprozentig greifen die erwähnten Vergleiche nicht.

FAZIT: Gefälliger, oftmals epischer wie auch in sich geschlossener Härtnersound für das Jahr 2007. Nichteben ein zeitgeistiger, aber beizeiten geistvoller Bastard aus Allem, was gerade kreativ die Verzerrte zockt, sind sie OBSIDIAN vergleichbar mit Junggemüse wie Memfis...vielleicht bloß ein wenig doomiger und weniger skandinavisch...vielleicht ein kontinentaler Pelican? – Antesten bitte...
 
Metalspheres - Emerging 2007
Auf einem wahrlich edlen Digipack lassen uns Obsidian eine ansprechend ätherische Skeletterscheinung entgegenlächeln. Ein wenig erschreckend ist es dann, wenn nach dem Aufklappen der glänzenden Papphülle die unfotogenen Fratzen der fünf Musiker den eben noch entzückten Betrachter zu begaffen scheinen. Das lässt tief blicken: Graphisch unbearbeitete Musikerköpfe in Metal Cds lassen in 95% aller Fälle auf Progressive Metal schließen. Nun, das bleibt uns erspart, doch sind vereinzelte Gruppenklargesangspassagen schon im zweiten Song zu ertragen und ein Hang zum selbstverliebten "vor sich hin melodieren" lässt sich den Glotzerüben auch nicht absprechen. Eben das, also genau dieser Hang zum Pseudosymphonischen nervt beständig auf diesem gelochten Büchsendeckel. Könnte man dies den fünf Holländern austreiben - sie würden dem letzten Scarve Album (The Undercurrent) ernsthaft Konkurrenz machen können. Doch ein ums andere Mal werden geile Riffs im repetitiven Melodienreiten totgetrampelt.

Gerade der Song "Mirrored" ist symptomatisch für diese Scheibe: er würde sich wunderbar zwischen den Songs der großen Vorbilder machen, wenn nicht die Anfangs aufgebaute Brachialität und Spannung in Opeth'schen Klimpersümpfen erstickt würde. Es ist zum aus der Haut fahren. Hier stimmt nahezu alles: Ein herrliches Ohrwurmriff, das zu vertrackt zum mitpfeifen, aber zugleich zu eingängig ist, um es zu vergessen, eröffnet den Track. Der Sound läuft wie goldbraun gebackene Butter ins Ohr. Glasklar kann man jeden Griff und jedes Tapping hören. Eine feine Wand an klar differenzierten Tönen liebkost die Lauscherchen und schmiegt sich wie süße Kuchensprühsahne in die Ohrmuscheln. Anstatt nun noch einen draufzusetzen, eine Wendung einzubauen, Spannungen musikalisch auszuarbeiten, wird erst mal 2 Minuten gleichtönig vor sich hin gedüdelt. Dann erst bilden sich wieder klare Melodiefragmente, Riff-Andeutungen. Es ändern sich Klangfarbe und Effektgerät, es wird Ruhe ausgestrahlt aber Sturm vorbereitet und man wird wieder mit dem göttlichen Anfangsriff belohnt. Doch dann, im herrlichsten Moment, ereilt auch diesen Song das Schicksal seiner armen Kameraden. Er wird noch einmal 2 Minuten lang von abwechslungslosen Gitarrenmelodien in die Tiefe gezerrt und haucht dann seinen letzten Atem, verfangen im Schleppnetz der Klimpermelodien, aus. Nur im instrumentalen Titelstück "Emerging" funktioniert wirklich alles und es gelingt eine Göttersymbiose von Scarve, Opeth und ein wenig Post Hardcore a lá Burst. Hier stehen Obsidian für über sechs Minuten auf dem Olymp. Ein Song für den sich dieses Album lohnt. Und doch ist es schmerzlich zu hören, wie wahre Genialität bei den übrigen sieben Stücken immer nur um Haaresbreite verfehlt wird. Ein fast völlig großartiges Album und doch zugleich auch eines, das den Hörer fast verzweifeln lässt.
 
Allschools Network - Emerging 2007
Immer wenn ich die Worte „technisch“ oder „vertrackt“ im Zusammenhang mit einem Album lese, kann ich eine gewisse Vorfreude nicht leugnen. Frickeln doch Bands wie MESHUGGAH, TEXTURES oder GOJIRA technische und anspruchsvolle Metalkost auf ihre besondere Art und Weise und begeistern dadurch immer wieder aufs Neue. Ob die 5-Mann starke Band OBSIDIAN aus dem holländischen Amsterdam nun in diese Fußstapfen treten kann, will sie mit dem Debütalbum „Emerging“ unter Beweis stellen.

Mit dem Opener „Footprints“ hinterlässt die Band jedenfalls direkt zu Beginn ihre eigenen Fußstapfen in Form einer recht düsteren und dann auch wirklich leicht vertrackten Grundstimmung. Die Takte sind zwar bei weitem nicht so stakkatoartig wie bei den Kollegen um Fredrik Thordendal, wissen aber ihre Reize auszuspielen. Auf der einen Seite die leicht abgehackten Riffs, die auf der anderen Seite durch eine düstere und melodienvolle Gitarrenarbeit ergänzt werden.

Durchaus ist eine gewisse Ähnlichkeit zu TEXTURES, SCARVE oder auch OPETH nicht von der Hand zu weisen, wobei OBSIDIAN dann doch mehr in die Death Metal Kerbe einschlagen. Die Songs sind weitaus gradliniger bieten aber stellenweise doch etwas Tiefe, die man im ersten Moment eigentlich nicht direkt erwartet hatte. Mit dem Song „Mirrored“ betritt man dann auch dank der Gitarrenarbeit auch leicht MESHUGGAH-Terrain, jedoch nicht ganz auf einem verspielten Level wie es die Jungs aus Schweden sind. Der Song zeichnet sich auch durch den Wechsel in Midtempo Gitarrenparts aus, die dann etwas Ruhe in das Konzept bringen. Die gut 6 Minuten überzeugen dabei auf ganzer Linie.

Cleane Gesangsparts sucht man in den Songs dann auch vergeblich, denn Sänger Robbe, der auch bei seinen beiden anderen Bands DISAVOWED UND ARSEBREED das Mikro in die Hand nimmt, keift und grunzt sich die Texte förmlich aus der Kehle. Doch als Nachteil soll diese Tatsache nicht verstanden werden, passt die stimmliche Untermalung doch gut zu den Songs. Zumal Robbe auch weiß, wann er mal still sein muss, um Platz für die beiden Herren an den Gitarren zu lassen. Besonders im Song „Emerging“ hat es ihm wohl die Sprache verschlagen, denn der fast 7 minütige Song kommt nämlich gänzlich ohne Gesang aus. Spätestens hier wird dann auch deutlich, dass die Holländer auch was von abwechslungsreichem Songwriting verstehen, baut der Song eine durchaus an ISIS und OPETH erinnernde Atmosphäre auf.

Produktionsmäßig vertraut man sich dabei in die Hände von Jochem Jacobs, der auch schon bei den Jungs von TEXTURES für die Produktion verantwortlich gewesen ist. Teilweise etwas zu druckvoll aber sonst durchaus auf einem guten Niveau, insbesondere bei den instrumentalen Stellen der Songs.

Die gut 44 Minuten sind technisch gesehen auf einem guten Level, stellen aber am Anfang einen etwas härteren Brocken dar. Man muss sich etwas Zeit nehmen und die Songs mehrmals genießen, eh sie ihr wirkliches Gesicht zeigen. Ich bin zwar kein Verfechter für die Neuerfindung des Rades, jedoch hätte dem Album durchaus etwas weniger Death und dafür mehr Progressive gut getan. Denn die Progressive-Anteile in den Songs, besonders im letzten Drittel, wissen durchaus zu überzeugen. Dennoch ein solides Debüt von unseren Nachbarn.
 
Obsidian debut album Emerging

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September - 16 - 2010
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